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CarolBrass CFL-6200-GSS-SLB Flügelhorn test

CarolBrass CFL-6200-GSS-SLB Flügelhorn test

Dank Harry van der Brug von CarolBrass Nederland hatte ich das Vergnügen, eine ganze Woche lang dieses wunderbare Flügelhorn auszuprobieren. Es war eine Überraschung und ein Genuss. Eine Überraschung, weil es ein Flügelhorn aus einer niedrigeren Preisklasse ist, das sich anfühlt und bespielen lässt wie ein Spitzeninstrument, und ein Genuss, weil es einfach ein unheimlich angenehmes Flügelhorn ist, das überall zu seinem Recht kommt, von reiner Improvisation bis hin zu Klassik. Dieses Flügelhorn hat alles, was man von einem Flügelhorn erwarten darf: Es sieht toll aus, hat einen vollen und deutlichen Klang, spricht in tiefen als auch (extrem) hohen Tonlagen kinderleicht an und lässt sich gut stimmen. Und wie wir es inzwischen bereits von CarolBrass Instrumenten gewöhnt sind, ist der Preis zu niedrig im Verhältnis dazu, was dieses tolle Instrument bietet.

Das CarolBrass CFL-6200-GSS-SLB Flügelhorn

Es wird sehr komplett in einem stabilen Koffer geliefert. Relativ schwer ausgeführt, sodass es ziemlich robust ist, was vielleicht nicht so praktisch ist, wenn man es auf dem Rad transportieren will. Doch auch wenn es vom Fahrrad fällt, kann nichts passieren: das Flügelhorn ist stoßfest verpackt. Standardmäßig ist ein Mundrohr für Yamahastift enthalten sowie ein anderes, das zu einem Trompetenmundstück zu gehören scheint: nicht ausprobiert. Des Weiteren ein 3FCL Mundstück aus eigener Herstellung (habe ich nicht ausprobiert, weil beim Demo-Instrument kein Mundstück enthalten war), ein Set schwerere und leichtere Ventilklappen, Öl und Pumpenfett. Super Kombi. Das Fach im Deckel ist schön altmodisch und unheimlich praktisch. Es ist groß genug für Noten, ein Stimmgerät etc.

Wie bisher alles von CarolBrass sieht auch dieses Instrument wieder sehr gut aus. SLB ist ihre gebürstete Ausführung, die einen Perlmuttglanz hat. Der Schallbecher wurde erst gebürstet, danach transparent gelackt. Sehr schön. Der Ventilblock und die Züge sind normal gelackt und teilweise vernickelt, sodass ein schöner Kontrast zu dem außergewöhnlichen Glanz des Schallbechers erzeugt wird. Auf dem Demo-Instrument war auf dem dritten Ventil ein Trigger mit Holzausführung angebracht. Persönlich gefällt mir das sehr gut. Eigentlich gibt es nichts an dem Flügelhorn, das ich hässlich finde.

Es ist ein ziemlich großzügig gebautes Flügelhorn. Es fühlt sich sehr solide an, ja sogar etwas schwer. Ein kleiner Minuspunkt der Bauweise ist meiner Meinung nach die Tatsache, dass das Mundrohr im Verhältnis zum Ventilgehäuse sehr niedrig sitzt. Über dem Mund befindet sich also noch viel Flügelhorn. Dadurch fühlt sich das Flügelhorn recht groß an. Bei vielen Flügelhörnern ist das Mundrohr eher ziemlich hoch auf dem Ventilblock angebracht, sodass die Ventile gefühlsmäßig niedriger sind. Das finde ich etwas angenehmer.

Die Ventile laufen wie allen CarolBrasss geräuschlos und ohne Probleme. Ich habe einen winzigen Tropfen Öl darauf gegeben und die ganze Woche gespielt. Kein Problem.

Der CarolBrass CFL-6200-GSS-SLB Sound

Dann der Klang. Die Version, die ich getestet habe, ist das professionelle Flügelhorn mit Goldmessing-Schallbecher. Es ist auch eine Version mit Gelbmessing erhältlich, die etwas günstiger ist, und eine mit einem Schallbecher aus Rotkupfer, die etwas teurer ausfällt. Goldmessing verleiht dem Klang Wärme, etwas, das dieses Flügelhorn absolut bietet. Mein erster Eindruck war umwerfend. Das Instrument spricht extrem leicht an und spielt in jeder Tonlage sehr deutlich. Auch die extrem hohe Tonlage bis weit über das C’’’ lässt sich machen. Es scheint nach oben hin sogar etwas offener zu werden, wo viele andere Flügelhörner nicht mithalten können oder zumachen. In tiefen Registern ist es ein geschmeidiger Klang, der leicht von flüsternd zart auf voll und lebhaft geblasen werden kann.

Etwas sehr Gewöhnungsbedürftiges für mich war, dass das A’ ziemlich hoch intoniert und das berüchtigte A’’ (auf jedem Flügelhorn ein schwieriger, oft viel zu hoher Ton) eben genau richtig sitzt. In der Woche mit dem Instrument musste ich das ausgleichen, indem ich das A’ mit dem dritten Ventil spielte. Ansonsten ist die Stimmung gut, wenn auch das D’ und C#’ ziemlich getriggert werden, doch das ist gerade auf einem Flügelhorn nichts Neues.

Interessant war, dass das Flügelhorn im Gegensatz zu meinem eigenen Instrument relativ sensibel auf leichte oder schwere Ventilklappen oder deren Kombination reagiert. Ich habe etwas experimentiert und kam zu dem Schuss, dass eine schwere (untere) Klappe auf dem ersten Ventil für mich doch am besten war. Es wurde dadurch schön dunkel und sehr deutlich im mittleren und hohen Register. Nur leichte Klappen ergaben für meinen Geschmack ein zu leisen Klang, doch das ist etwas sehr Persönliches. Ich vermisste bei dem Flügelhorn das freie Spielgefühl und die Klangflexibilität, die ich von meinem Van Laar B2 gewöhnt bin. Dahingegen hielt die CarolBrass wiederum straffer den Ton und spielt sich vor allem in leisen Passagen butterweich. Es gibt auch einen erheblichen Preisunterschied zwischen beiden Marken. Was mich angeht ist die CarolBrass noch kein Van Laar, doch es kommt dem näher als der Preis vermuten lassen würde.

Fazit

Alles in allem ein Flügelhorn, das ich jedem empfehlen würde, sowohl als Nebeninstrument als im Blasorchester (zu Unrecht hat CarolBrass in dem Bereich noch keine echte Gefolgschaft, doch ich wüsste wirklich nicht, warum dieses Instrument nicht mit den beliebten Blaskapellen-Flügelhörnern wie Courtois oder Yamaha mithalten können sollte). Für professionellen Soloeinsatz: Wäre ich nicht bereits ausgerüstet, könnte dies eine ernsthafte Möglichkeit sein. Wenn man sich dann noch den Preis ansieht, ist dieses schöne Instrument seinen Preis mehr als wert und kenne ich in der Preisklasse und weit darüber kein besseres Flügelhorn.

Bert Lochs

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